RindMilchviehWarum gesextes Sperma teurer ist

Warum gesextes Sperma teurer ist

Von Andreas STEINWIDDER

Im Gegensatz zur üblichen Spermakonservierung, wo drei bis vier Behandlungsschritte vor der Gefrierung notwendig sind, braucht es beim gesexten Sperma mehr als 20 Arbeitsgänge. Die Trennung der weiblichen und männlichen Spermien erfolgt dabei aus dem frischen Sperma auf Basis des unterschiedlichen DNA-Gehalts. Der DNA-Größenunterschied beträgt bei Rindern etwa vier Prozent. Durch die Zellenmembran wird die DNA fluoreszierend eingefärbt. Dieser Farbunterschied wird dann bei der Trennung nach Geschlecht genutzt. Die markierten Spermien fließen schnell an einem Lichtstrahl vorbei und werden – je nach Intensität der Färbung – in unterschiedliche Gefäße sortiert. Diese Methode nennt man Durchfluss-Zytometrie. Der Nachteil ist, dass nur frisches Sperma verwendet werden kann und ein beträchtlicher Teil des Spermas als Ausschuss anfällt. Die hohen Spermienverluste führen dazu, dass es von stark nachgefragten Stieren daher oft kein gesextes Sperma gibt.