AckerbauTrockenheitSorghum trotzt der Trockenheit

Sorghum trotzt der Trockenheit

Von Alexander BÖCK, LANDWIRT Redakteur

Der Boden staubt. Risse bilden sich zwischen den Maispflanzen. Seit Wochen hat es nicht geregnet. Nach Jahren mit extremer Trockenheit, wie wir sie dieses Jahr in weiten Teilen Österreichs und Deutschland erlebt haben, wünschen sich viele Landwirte Alternativkulturen. Und zwar solche, die der Trockenheit besser standhalten: so wie Sorghum-Hirse. Vereinzelt bauen Landwirte die Kultur zwar an. Richtig durchsetzen konnte sie sich bis dato aber noch nicht. Die Gründe dafür sind vielfältig: Sorghum-Hirse bringt meist niedrigere Erträge als Mais. Häufig fehlt es den Landwirten an Know-how in der Produktion und es existiert so gut wie kein Markt. Daher landet in unseren Breiten der Großteil der Sorghum-Produktion in den eigenen Futtertrögen. Dass die Sorghum-Hirse aber auch als Marktfrucht funktioniert, zeigte uns eine Reise in das Trockengebiet im Süden Frankreichs. Hier betreibt die französische Firma RAGT ein Zuchtprogramm für Sorghum-Hirse. Dieses ähnelt stark der Maiszüchtung. Es werden durchwegs Hybriden gezüchtet. Unterteilt wird die Züchtung dabei in Körnersorghum und Silage-Sorghum für Viehfutter oder für Biogasanalagen. Gezüchtet wird auf Ertrag, Wasserstress, Halmfestigkeit und die Fähigkeit bis zur Ernte grüne Blätter zu behalten. Bei Körnersorghum spielt zusätzlich der Gehalt an Gerbstoff wie Tannine eine wichtige Rolle. Gerbstofffreie Sorten werden vor allem für die Fütterung von Geflügel benötigt, die andernfalls mit verminderter Fresslust und Tageszunahmen reagieren. Diese Eigenschaft lässt sich auch optisch bestimmen. Die weißen Hirsen sind quasi frei von Tanninen. Für die Fütterung von Schweinen, Rindern und Co. spielen die Tannine hingegen keine große Rolle. Daher können hier auch rotkörnige Sorten verwendet werden.