Landwirt ServicesBioBio-MilchviehEs rührt sich was im Milchregal

Es rührt sich was im Milchregal

Von Alois BURGSTALLER, LANDWIRT Redakteur

Die Handelsketten wissen, wie sie Bio unter die Leute bringen: mit Handelsmarken und billig. Gehen wir am besten in einen Supermarkt von ALDI und schlendern das Kühlregal entlang. Wir sehen eine Fülle von Bio-Molkereiprodukten. Aber wir sehen nur ein Markenzeichen. Weiße Milchkartons mit grünem Bio-Logo, Bio-Quark mit dem gleichen Logo. Sogar Bio-Lassi wird hier angeboten – ebenfalls mit grünem Logo. Das grüne, quadratische Bio-Logo stellt die hauseigene Bio-Marke von Aldi dar. Unter ihrem Namen werden so gut wie alle Bio-Produkte verkauft. Gingen wir in der Schweiz oder in Österreich in die Supermärkte oder Diskontläden, wäre das Ergebnis nicht anders. Der Bio-Markt wird im Lebensmitteleinzelhandel (LEH) durch Handelsmarken bestimmt. Bereits zwei Drittel der Trinkmilcherzeugnisse werden in Österreich als Handelsmarken gekauft. In Deutschland liegt deren Anteil bei 57 %. Die Bio-Milcherzeuger sind mit ihren Molkereien nur Dienstleister. Sie füllen das Produkt für den Handel ab. Markenführung, Werbung und Preisgestaltung liegt ganz beim Handel. Das Ergebnis sind hohe Bio-Umsätze zu günstigen Preisen. 75 % der Bio-Produkte werden im Supermarkt gekauft, so eine Information von AMA-Marketing. Auch in Deutschland wächst der Bio-Absatz durch den LEH. Öfter Bio zu kaufen heißt somit, öfter zu einer Handelsmarke zu greifen.